Chronik des DRK Grefrath

1891

Deutschland ist seit 20 Jahren Kaiserreich. Grefrath und Oedt liegen im Königreich Preußen. Berlin ist Hauptstadt.

(Oedt) Das DRK in Oedt wird am 6. April 1891 ins Leben gerufen. Es sind 25 Männer des „Kriegervereins Oedt“, die die „Freiwillige Sanitäts-
Colonne des Kriegervereins Oedt“ gründen. Dr. Hillebrand erklärt sich bereit, die technische Leitung zu übernehmen. Führer der Sanitäts-
Colonne ist August Reiners. Es folgen viele Jahre mit Übungen, Großübungen und der Weiterbildung.

(Grefrath) In Grefrath hat der Stabsarzt der Landwehr Dr. Wilhelm Blümlein am 15. Oktober 1891 die Idee zur Gründung der „Freiwilligen Sanitätscolonne vom Roten Kreuz“. 20 Menschen kommen zur Gründungsversammlung. Dr. Blümlein übernimmt die technische Leitung, Kolonnenführer wird Johann Hasselmann. Er verunglückt schon ein Jahr später. Arnold Leyendeckers wird sein Nachfolger.

1892

(Grefrath) Beim ersten Stiftungsfest 1892, das ausgerichtet wird, um das erlernte Wissen zu zeigen und die Kasse aufzubessern, beträgt der Eintritt zehn Pfennig.

1905

(Grefrath) Von 1905 an bekommt der Verein jährlich einen Gemeinde-Zuschuss von 30 Mark.

1907

(Oedt) Am 10. April 1907 wird die Oedter Colonne – bisher Bestandteil des Kriegervereins – eine selbstständige Formation. Die Generalversammlung mit 29 Mitgliedern beschließt die Mustersatzung für die nunmehr „freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz“ und wählt einen neuen Vorstand.

1908

Eine große Katastrophenübung wird gemeinsam mit der Feuerwehr durchgeführt. Ziel ist die Rettung und Versorgung von zehn Verletzten eines Zugunglücks. Die Sanitäter werden durch „Trommelschlag“ alarmiert.

1913

Das Rote Kreuz in Deutschland heißt nun „Zentralkomitee des Preußischen Landesverein vom Roten Kreuz“.

1914

Von 1914 bis 1918 wird der Erste Weltkrieg in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt und fordert rund 17 Millionen Menschenleben.

(Oedt) Das Mülhausener Kloster und das Krankenhaus Oedt sind Lazarette, in denen „verwundete und kranke Krieger“ behandelt werden. Die Hälfte der Kolonnenmitglieder ist „zur Fahne“ einberufen.

1919

(Grefrath) Nach dem Ersten Weltkrieg geht es weiter. Dr. Blümlein gibt den Vorsitz an Johann Laakmann ab, Heinrich Höfels wird neuer Kolonnenführer.

1920

(Grefrath) Das Rote Kreuz hat 21 aktive Mitglieder. Die Gemeinde erhöht den Zuschuss für die Kolonne auf 200 Mark.

1923

(Oedt) Nach dem Ersten Weltkrieg vergehen fünf Jahre, bis die Arbeit wieder aufgenommen wird.

(Grefrath) Eine wegweisende Anschaffung wird getätigt: Der hartgummibereifte Krankenhandwagen wird durch einen luftbereiften Wagen ersetzt, so
dass Verletzte und Kranke komfortabler transportiert werden können.

Freiwillige Sanitätskolonne Grefrath, 1930

1931

(Grefrath) Der Tod von Sanitätsrat Dr. Blümlein bewegt die Kolonne und ganz Grefrath.

1936

(Grefrath) Dr. Wilhelm Gudden wird neuer Kolonnenarzt in Grefrath.

1937

(Oedt) Es wird eine weibliche Rot-Kreuz-Kolonne unter weiblicher Führung gegründet.

Rotkreuzler, 1938

1939

Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 ist der zweite global geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten militärischen Konflikt in der Geschichte der Menschheit dar. Direkt oder indirekt sind über 60 Staaten am Krieg beteiligt, über 110 Millionen Menschen stehen unter Waffen. Die Zahl der Kriegstoten liegt zwischen 60 und 70 Millionen.

Aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ist wenig überliefert. Die Chronik berichtet von Versuchen, die Sanitätskolonnen überall in Deutschland „auf Linie“ zu bringen. Die meisten Mitglieder der Kolonne werden zum Kriegsdienst eingezogen. Diejenigen, die zu Hause bleiben dürfen, werden bei Fliegeralarmen eingesetzt. Allein im vorletzten Kriegsjahr werden 328 Einsätze gezählt.

1945

(Oedt) Nach Ende des Zweiten Weltkrieges findet der Aufbau der neuen Kolonne statt. Die Entwicklung nach der sogenannten „Stunde Null“ ist diktiert von den humanitären Notwendigkeiten. Unter den Zugführern August Wefers und Jakob Schwanenberg entwickelt sich ein reges Leben des DRK-Zuges Oedt, wie die
„Kolonnen“ nunmehr heißen. Margarete Lukas baut den weiblichen „DRK-Zug W“ wieder auf. Ihre Nachfolgerin wird Käthe Verhees.

1948

(Grefrath) Das vielleicht wichtigste Datum nach dem Krieg ist wohl der 30. Januar 1948. An diesem Tag wird der DRK-Ortsverein Grefrath gegründet. Dr. Wilhelm Gudden übernimmt den Vorsitz. Die weibliche Einheit leitet Anni Schmitz.

1954

(Grefrath) Konrad Schmitz wird Einheitsführer und zum ersten Mal liegen Vorsitz und Kolonnenführung in einer Hand. Die ehemaligen Vorsitzenden Johann Laakmann und Konrad Kausch werden zu Ehrenvorsitzenden ernannt.

1958

(Grefrath) Das DRK Grefrath erhält den ersten motorisierten Krankenwagen. Die Chronik berichtet, dass die „Bewunderung so groß war, dass der Sanitäter Hans Schommer, gemeinsam mit seinem Einheitsführer, den nagelneuen Wagen erst einmal in einen Graben fuhr. In der Dunkelheit half ein freundlicher Bauer und zog den Wagen
heraus.“

DRK-Ortsgruppe, 1961

1966

(Grefrath) Das DRK in Grefrath feiert sein 75-jähriges Bestehen mit Präsentationen auf „Werbeschauen“, einer großen Schauübung, einem Treffen der aktiven Einheiten des Kreises und einem Platzkonzert am Alten Markt.

(Grefrath) Für einen Generationswechsel an der Spitze des Zuges sorgt Martin Rosenow, der den langjährigen Zugführer Konrad Schmitz ablöst.

1968

(Oedt) Martha Meys wird neue Zugführerin des „DRK-Zug W“.

1971

(Oedt) Durch die kommunale Neugliederung verliert der Oedter DRK-Ortsverein seine Selbstständigkeit.

(Grefrath) Auf der Jahreshauptversammlung am 17. April 1971 fusionieren das DRK Oedt und das DRK Grefrath zum DRK Ortsverein Grefrath. Zugführer wird Martin Rosenow, seine Stellvertreter sind in Grefrath Ernst Wilbers, in Oedt Karl-Heinz Breitenstein. Zugführerin wird Monika Schommer.

1973

Die Wege der Einheiten trennen sind und Oedt und Grefrath werden wieder eigenständige Züge im gemeinsamen Ortsverein.

(Grefrath) Der Grefrather Arzt Dr. Manfred Honig wird Zugarzt. Prof. Benno Beniers wird neuer Vorsitzender.

1981

(Oedt) Beim 90. Geburtstag des Zuges sind 45 Führungskräfte und Helfer/innen aktiv. Es gibt mehr als 200 passive Mitglieder. Gefeiert wird am 30. und 31. Mai mit Empfang im Oedter Rathaus, Kaffeekränzchen, Dorfabend, Heiliger Messe, Frühschoppen und Geburtstagsparty.

(Grefrath) Das 90-jährige Jubiläum wird im September in der umgestalteten Turnhalle an der Schule gefeiert, um alle Gäste empfangen zu können. Außerdem findet das Kreistreffen in Grefrath statt.

1982

Zu den beiden Blutspendeterminen kommen 75 Spender/innen.

1986

(Oedt) 1986* erhält die Bereitschaft Oedt durch Zustimmung der Gemeinde das Heim an der Johannes-Girmes-Straße. Der Ausbau der Räumlichkeiten wird
in fast einjähriger Arbeit vollendet und die Räume werden festlich eingeweiht. [* Wahrscheinlich wurde die Unterkunft schon früher genutzt.]

Jugendrotkreuz vor dem VW-Bulli, 1989

1990

(Oedt) Zu den vier Blutspendeterminen kommen 400 Spender/innen.

1991

(Oedt) Beim 100. Geburtstag des Oedter Zuges sind 1991 31 Führungskräfte und Helfer/innen aktiv. Gefeiert wird am 25. und 26. Mai mit „Gratulationscour“ im Oedter Rathaus, Kaffeekränzchen, Dorfabend, Heiliger Messe, Frühschoppen und Geburtstagsparty.

Die Ortsgruppe Grefrath vor der Grefrather Hauptschule, 1991

(Grefrath) Die Zugführung liegt seit 25 Jahren in den Händen von Martin Rosenow. Er ist damit der dienstälteste amtierende Zugführer des Kreisverbandes. Der 100. Geburtstag des Grefrather Zuges wird vom 31. August bis zum 7. September mit Festbankett, Kranzniederlegung, Blutspende für Erstspender, Kreisversammlung und Abschlussfete im „Haus Allen“ gefeiert.

1992

Ab jetzt entwickeln sich DRK in Oedt und Grefrath gemeinsam weiter.

In Oedt gründet der DRK-Kreisverband eine integrative Kindertagesstätte
mit Ganztagsbetreuung von 7 bis 17 Uhr. Hier werden
Kinder mit Behinderungen in integrativen Gruppen erzieherisch
und therapeutisch besonders gefördert.

1995

Mit Erreichen der Altersgrenze scheidet Martin Rosenow nach 29 Jahren als Zugführer aus.

Ausbildung Einsatzeinheit, 2005

2006

Mit dem Abriss der ehemaligen evangelischen Volksschule, dem Sporthaus an der damaligen Nordkanalkampfbahn, ist das DRK bedingt „heimatlos“. Bis dahin war das DRK an der Nordkanalkampfbahn in der ehemaligen Platzwartwohnung des SV Grefrath untergebracht, konnte dort aber auch Räume im Erdgeschoss nutzen.

Das DRK zieht am 11.03.2006 behelfsmäßig in eine Halle des Bauunternehmens Schmitz an der Lobbericher Straße.

2007

Im Sommer 2007 verlässt das DRK die Halle an der Lobbericher Straße und zieht in eine Halle auf dem ehemaligen NATO-Gelände um. Auf dem Kasernengelände gibt es keinen Gas-, Strom- oder Wasseranschluss. Auch Toilettenanlagen fehlen.

2015

Zusätzlich zu den rund 550 Mitgliedern gibt es rund 50 aktive DRK-Mitglieder, die in der Bereitschaft, im Jugendrotkreuz, im Blutspendedienst oder dem Vorstand mitarbeiten. Bastian Siebrandt wird neuer Bereitschaftsleiter. Christian Kappenhagen wird neuer Vorsitzender.

2016

Martin Rosenow, der im Vorjahr verstorben ist, wird posthum mit dem Ehrenamtspreis der Gemeinde Grefrath ausgezeichnet.

Die integrative DRK-Kindertagesstätte in Oedt (Trägerschaft DRK-Kreisverband) wird um einen Bewegungsraum erweitert und modernisiert.

Gemeindewerke-Geschäftsführer Erik Ix und Bürgermeister Lommetz übergeben den symbolischen Schlüssel zur neuen DRK-Unterkunft im Gewerbepark Wasserwerk an Bereitschaftsleister Bastian Siebrandt, Schatzmeister Günter Bruckhoff und Vorsitzenden Christian Kappenhagen.

Die Unterkunftssituation kann deutlich verbessert werden: In die NATO-Halle werden in Eigenregie zwei Toiletten eingebaut. Das zuletzt undichte Dach wird repariert. Außerdem mietet das DRK neue Räumlichkeiten im Gewerbegebiet „Am Wasserwerk“, um dort Vorstandssitzungen, Jugendrotkreuz-Gruppenstunden und Schulungsarbeit durchzuführen.